Geschichte der Gemeinde Hagen a.T.W.

Rainer Rottmann
Hagen a.T.W. ist 34,49 qkm groß, liegt im Mittel 110 m über NN, hat rd. 14.000 Einwohner und liegt im  Landkreis Osnabrück und im Bundesland Niedersachsen.

Unsere Gemeinde wird 1097 erstmals urkundlich erwähnt. Funde aus der Steinzeit sowie Grabhügel und Urnen aus der Bronzezeit belegen jedoch, dass in Hagen schon seit Jahrtausenden Menschen siedeln.  

Im 9., spätestens Anfang des 10. Jahrhunderts wurde in Hagen eine erste Kirche erbaut. Schutzpatron der Kirche in Hagen ist seit altersher der heilige Martinus (erste Erwähnung des St.-Martinus-Patroziniums 1341).



Die schon bestehenden sechs Bauerschaften Altenhagen, Beckerode, Mentrup, Gellenbeck, Sudenfeld und Natrup wurden dieser Kirche als Pfarrbezirk zugeordnet und bildeten so über Jahrhunderte das „Kirchspiel Hagen“, welches mit der heutigen politischen Gemeinde Hagen a.T.W. flächenmäßig identisch ist. Das sechslappige Eichenblatt im Wappen der Gemeinde Hagen a.T.W. erinnert an diese sechs Ursprungsgemeinden. Das halb zu sehende Rad auf der rechten Seite des Wappens weist auf die alte Zugehörigkeit Hagens zum Osnabrücker Land hin.

Anstelle einer alten, vermutlich romanischen Kirche erfolgte 1492-1523 ein Neubau der St.-Martinus-Kirche im spätgotischen Stil. Der mächtige, aus Sandsteinquadern errichtete Turm dieser Kirche ist nicht nur das älteste Gebäude, sondern auch das Wahrzeichen Hagens. Im Umkreis dieser, in der Bauerschaft Beckerode gelegenen Kirche, siedelten sich seit dem Mittelalter Handwerker, Kaufleute und Gastwirte an. 1664 wurde nahe der Kirche auch die erste Hagener Schule gebaut und so entstand nach und nach um die Kirche herum das Dorf Hagen, welchem bis heute die Funktion eines wirtschaftlichen, kulturellen und administrativen Zentrums für die ganze Gemeinde zukommt.

Beim ersten großen Brand von Hagen brannte 1723 nahezu das ganze Dorf inklusive Pfarrhaus und Schule nieder. Zeugen des Wiederaufbaus sind die repräsentativen Fachwerkgiebel des alten Pfarrhauses (August 1723) und des Hauses Dorfstraße Nr.5 (April 1725). Der zweite Brand legte 1892 die Häuser südlich der Dorfstraße in Schutt und Asche.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts lebten die Menschen in Hagen überwiegend von der Landwirtschaft. Daneben gab es natürlich Handwerker und Kaufleute für den örtlichen Bedarf. In der Wirtschaftsgeschichte Hagens hat in den vergangenen Jahrhunderten vor allem das Töpferhandwerk eine wichtige Rolle gespielt und Hagen weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt gemacht.

Mit der 1836 erfolgten Gründung einer Eisenhütte in der Bauerschaft Beckerode – der ersten im Osnabrücker Land – begann auch in Hagen das Industriezeitalter. Auch wenn das Hüttenwerk bereits 1856 von Beckerode ins benachbarte Malbergen verlegt und nun Georgsmarienhütte genannt wird, behielt dieser expandierende Industriebetrieb prägenden Einfluss auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung Hagens.

Um der ständig wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden, erfolgte 1912-1915 eine seit langem geplante Teilung der Kirchengemeinde St. Martinus und die Gründung einer zweiten  katholischen Kirchengemeinde, die im wesentlichen die Ortsteile Gellenbeck, Sudenfeld und Natrup umfasst, mit Bau einer eigenen Pfarrkirche St. Marien in der Nähe einer dort bereits seit 1809/1883 bestehenden Schule.

Die fortschreitende Industrialisierung Hagens wurde durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg nur vorübergehend unterbrochen. Seit den 1950er/1960er Jahren setzte in Hagen dann nicht nur eine starke Bautätigkeit ein, es wurde auch eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen gegründet.


Wappen der Gemeinde Hagen a.T.W.


Alle sechs Gemeindeteile waren ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts bis Ende der 1960er Jahre politisch selbstständige Gemeinden. Wachsende Anforderungen an kommunale Infrastruktur und Daseinsvorsorge veranlassten die Gemeinden Altenhagen, Mentrup und Hagen-Beckerode sich 1968 zur Gemeinde Hagen zusammenzuschließen. Nachdem sich 1969 die Gemeinden Gellenbeck, Sudenfeld und Natrup zur Gemeinde Niedermark zusammengeschlossen hatten, wurden beide Gemeinden 1972 zur heutigen Gemeinde Hagen a.T.W. vereinigt.

Rathaus

Seit den 1990er Jahren hat der HVH in allen Ortsteilen Tafeln mit einem historischen Überblick aufgestellt. Die Texte werden im Folgenden wiedergegeben.

Ortsteil Altenhagen

Altenhagen ist eine der sechs ehemaligen Bauerschaften des Kirchspiels Hagen, welche heute die politische Gemeinde Hagen a.T.W. bilden.
Der Namensteil „Hagen“ ist von „Hag“ = Hecke abzuleiten und bezeichnet eine durch Hecken geschützte Siedlung (vgl. Heggestraße).
Funde aus der Jungsteinzeit belegen eine frühe Anwesenheit von Menschen. Für die vorrömische Eisenzeit ist eine Siedlung im Altenhagener Esch nachgewiesen und ein ausgedehntes Urnengräberfeld rund um den ehemaligen „Meerpohl“ belegt eine dichte Besiedlung in den Jahrhunderten vor Christi Geburt.
um 500 n. Chr.    existiert in (Alten-) Hagen eine bäuerliche Ursiedlung, aus der später die acht Bauernhöfe Eversmann, Wilxmann, Dransmann, Plogmann, Baumann, Frommeyer und (Nie-) Henke hervorgehen. Diese acht Höfe lagen früher alle dicht beieinander östlich der heutigen Heggestraße. Erst nach der Christianisierung um 800 n. Chr. erfolgt die Gründung des Hofes Kruse (von „cruce“ = Kreuz).
um 850/860    wird in (Alten-) Hagen die erste Hagener Kirche errichtet. Der Sage nach soll sie im „Meerpohl“, einem ehemaligen Teich an der Wilopstraße, versunken sein. Nach der Verlegung der Kirche in die Bauerschaft Beckerode entsteht dort im Mittelalter das Kirchdorf Hagen. Die Bauerschaft „Hagen“ bezeichnete man fortan als „Altenhagen“.
1337    erste urkundliche Erwähnung der Bauerschaft Altenhagen („burscopia Oldenhagen“).
1341    sowie 1400 und 1412 hat der Altenhagener Bauer Niehenke das Amt des Markenrichters der Hagener Obermark inne.
1601    leben in Altenhagen 57 steuerpflichtige Einwohner im Alter von über 12 Jahren.
1618-1648    Im Dreißigjährigen Krieg wird auch in Altenhagen mehrfach geplündert; Bauer Eversmann gerät in finanziellen Ruin.
1652    übernimmt der Adlige Hieronymus von Winsheim den Hof Eversmann und gründet dort das „Gut Altenhagen“, auf dem 1712 das steinerne „Pfortenhaus“ und 1717 das „Herrenhaus“ erbaut werden.
1844-1895    werden im Ellenberg in Altenhagen in mehreren Stollen Eisenerze abgebaut; zunächst für die 1836 gegründete „Beckeroder Eisenhütte“, ab 1858 dann für die in Malbergen gegründete „Georgs-Marien-Hütte“.
ab 1920    erfolgt eine verstärkte Bebauung der westlichen, direkt an das Dorf Hagen angrenzenden Teile von Altenhagen.
1932    gründen Einwohner aus Altenhagen die „Wassergenossenschaft Wasserleitung Altenhagen“, die heute als „Wasserbeschaffungsverband Altenhagen“ ca. 1800 Haushalte in der Hagener Obermark mit Trinkwasser versorgt.

Ortsteil Beckerode

Beckerode ist eine der sechs Bauernschaften, die ab etwa 850 n. Chr. das Kirchspiel Hagen bildeten.
1082/
1096     Erste Erwähnung als „Bikirothon“; 1186 als „Beckerode“; der Name bedeutet „Rodung am Bach“ und weist auf frühmittelalterliche Landgewinnung hin. In Beckerode gab es zwei ursprüngliche Siedlungskerne - der eine am Nordrand des Borgberges mit den Bauernhöfen Frommeyer, Kasselmann, Krützmann und Wibbelsmann, der andere nördlich vom Goldbach im heutigen Ortskern mit den ehemaligen Höfen Grotthus, Glashus, Gibbenhof, Püning und dem späteren Pfarrhof. Nördlich dieser Siedlung liegt der Hof Schulte to Brinke.
um 1200     Nach Verlegung der St. Martinus-Kirche von Alten-Hagen nach Beckerode entsteht ab dem Mittelalter in Beckerode das (Kirch-)Dorf Hagen - heute das Ortszentrum.
1492
1523     Neubau der Kirche in spätgotischem Stil - der Kirchturm ist noch heute das Wahrzeichen der Gemeinde.
1592     Erwähnung des "Hoenenhövel" (Hünenhügel) auf Kasselmanns Esch - dieser um 1880 leider zerstörte große Grabhügel mit Urnenfunden belegt eine Besiedlung Beckerodes schon während der Bronzezeit.
1601     In Beckerode und dem Dorf Hagen leben etwa 200 Einwohner.
1615     Der Landesherr gestattete am Montag nach der Kirmes in Beckerode einen Viehmarkt, den traditionellen "Hagener Ferkelmarkt".
1618 - 1648     Im Dreißigjährigen Krieg wird Beckerode von allen sechs Hagener Bauernschaften am schlimmsten durch Mord, Brand und Plünderung betroffen.
1664     Bau der ersten Kirchspielschule in Hagen-Beckerode.
1722     Erwähnung eines Schandpfahls ("Diebespfahl mit Halseisen") nahe der heutigen Gastwirtschaft "Blüsen", Am Borgberg
1723     Erster Großer Brand von Hagen.
1836 - 1839     Gründung der Beckeroder Eisenhütte - Beginn der Industriealisierung des Osnabrücker Landes.
1892     Zweiter großer Brand von Hagen - 18 Gebäude verbrennen.
1931 - 1932     Aus dem ehemaligen Fabrikteich der Beckeroder Eisenhütte errichten arbeitslose junge Männer das Hagener Freibad.

Ortsteil Mentrup

Mentrup ist eine der sechs ehemaligen Bauerschaften des Kirchspiel Hagen, welche heute die politische Gemeinde Hagen a.T.W. bilden.

Der Name leitet sich vom Vornamen "Menke" (=Kurzform von Meinhard) ab und bedeutet "Dorf des Menke".

Steinbeile aus der Jungsteinzeit und Urnen aus der vorrömischen Eisenzeit (um 500 v. Chr.) belegen eine frühe Besiedlung Mentrups.
1180     Erste urkundliche Erwähnung als "Meginthorp", 1186/1200 als "Meincthorpe" bzw. "Menctorpe".
1187     Erwähnung der am Borgberg gelegenen "Kollage", dem Jagdgut des Osnabrücker Domkapitels.
1240 - 1366     wird der östliche Teil der Bauerschaft Mentrup noch gesondert als "Ostdorpe" bezeichnet.
1341     existiert schon die "Nyemolen", die Wassermühle an der heutigen Bergstraße.
1601     leben in Mentrup 121 steuerpflichtige Einwohner im Alter von über 12 Jahren.
1618 - 1648     Im Dreißigjährigen Krieg wird auch in Mentup mehrfach schwer geplündert; einige Bewohner sterben an der Pest.
Um 1700     gibt es in Mentrup 29 Bauernhöfe.
1740 - 1866     fördern hohe Einfuhrzölle den Schmuggel über die nahe Grenze zum Königreich Preußen; der Name "Schmuggelpättken" erinnert an diese Zeit.
1839 - 1863     betreibt die Beckeroder Eisenhütte am Heidhornberg einen Steinbruch, dessen Sandsteine zum Bau von Hochöfen zeitweise sogar bis in das Ruhrgebiet geliefert werden.
1901     legen der Hagener J. Reuter und der Holländer Nuyken am Goldbach Fischteiche und Forellenzuchten an, die der ehemaligen "Speikenstraude" den heutigen Straßennamen Forellental geben.
1902     erfolgt der Bau einer eigenen Mentruper Schule, die 1973 wieder geschlossen wird.

Große Heide

Die südlich des Hüggels gelegene "Große Heide" gehört seit alters her zu dem um 850 v.Chr. gegründeten Kirchspiel Hagen. Als Teil der offenen Feldmark diente sie Hagener Bauern zunächst jahrhundertelang zum Holzeinschlag, zur Plaggengewinnung und zur Viehweide, so daß um 1500 anstelle ursprünglicher Bewaldung fast nur noch Heidekraut den kargen Boden bedeckte - daher auch der Name "Große Heide".
Um 1530     Erste Besiedlung durch die fünf Markkotten Riesenbeck, Räuver, Schröder, Vogelpohl und "Hinrik upr Noestheiden". Um 1580 entstehen vier weitere Markkotten, namentlich Berkemeyer, Kulgemeyer, Niemeyer und Pohlmeyer (heute Gastwirtschaft "Zur Hüggelschlucht" alias "Pottbäcker").
1600     Erste gesonderte Erwähnung dieser neun Hofstellen als "Grotenheider Markkotten". Die benachbarten und ebenfalls schon im 16. Jahrhundert "bey der großen Heyde" gegründeten Markkotten Breiwe, Engelmeyer, Hehemann und Meyerhenke gehören zur Bauerschaft Gellenbeck, ihre Bewohner fühlen sich jedoch der "Großen Heide" zugehörig.
Ab 1618     wird bis Mitte des 19. Jahrhunderts der Begriff "Bauerschaft Große Heide" gebräuchlich. Die Große Heide wird so neben Altenhagen, Mentrup, Beckerode, Gellenbeck Sudenfeld und Natrup zeitweise zur siebten Hagener Bauerschaft.
1618 - 1648     Im Dreißigjährigen Krieg verarmen auch die Bewohner der Großen Heide. 1630 heißt es: "Diß sein alles arme Dienstkotten".
1658     wohnen in der Großen Heide 60 Personen. Die geringe Größe der Hofstellen zwingt die Bewohner schon früh zu handwerklicher Nebentätigkeit.
1818     arbeiten in der Großen Heide vier der zeitweise neun Hagener Töpfereien. Sie beliefern die gesamte Region mit Irdenware. Ein Zweig der Familie Niehenke alias "Pottbäcker" betreibt in sechster Generation noch heute das Hagener Töpferhandwerk.
Um 1850     erfolgt eine kommunale Zuordnung der Bauerschaft Große Heide zur Gemeinde Altenhagen, also zur Hagener Obermark.
Um 1950     gestaltete Karl Niehenke aus Ton die Figurengruppe der Hüggelzwerge (Snöiksgen") und des sagenhaften "Schmied am Hüggel". Die Sage basiert auf dem seit dem Mittelalter nachweisbaren Silber- und Eisenerzbergbau.

Ortsteil Gellenbeck

Gellenbeck ist eine der sechs ehemaligen Bauerschaften des Kirchspiels Hagen, welche heute die politische Gemeinde Hagen bilden.
Der Name Gellenbeck kommt vom niederdeutschen "giäle Becke" (=gelber Bach) und bezieht sich auf den heutigen Goldbach.

Funde aus der Steinzeit sowie ein großer bronzezeitlicher Grabhügel im Engelbusch (um ca. 1500 v.Chr.) und das 1996 archäologisch untersuchte "Gellenbecker Gräber- feld" aus der vorrömischen Eisenzeit (um 700/500 v.Chr.) belegen eine Besiedlung Gellenbecks schon in vorgeschichtlicher Zeit. Ein 1996 auf dem ehemaligen Meyerhof zu Spellbrink entdeckter hölzener Kastenbrunnen (datiert um 671 n.Chr.) ist Beweis für eine bäuerliche Besiedlung Gellenbecks in der Zeit vor der Christianisierung der hiesigen Bevölkerung (um 780/800 n.Chr.).
1150     Erste urkundliche Erwähnung von Bauernhöfe in "Gelenbike".
um 1186     Namentliche Erwähnung der Höfe "Franco de Gelenbeke" und "Meyer zu Spilebrinke".
1273     schenken die Eheleute Gerhard und Agnes Meyer zu Gellenbeck dem Kloster Iburg eine Rente aus ihrer Wassermühle ("molendino suo Gelenbeke") - erste Erwähnung der Gellenbecker Wassermühle.
Ab dem Mittelalter     gibt es in der relativ kleinen Bauerschaft Gellenbeck drei Meyerhöfe (Meyer zu Spellbrink, Meyer zu Gellenbeck, Meyer to Bergte) – eine Besonderheit im Osnabrücker Land.
1492     Domherr Lambert von Snetlage schenkt der Kirche St. Martinus in Hagen den in Gellenbeck gelegenen Hof "Borchardink" (=heute Borgelt) zwecks Finanzierung des Kirchenbaues.
1525 - 1592     stellen die Grafen von Tecklenburg terretoriale Gebietsansprüche auf die Niedermärker Bauernschaften Gellenbeck, Sudenfeld und Natrup. Nach blutigen Fehden verbleibt die Niedermark bei Osnabrück, weil sie "seit alters her" zum Kirchspiel St. Martinus in Hagen gehört.
1600     wird auf dem Meyerhof zu Spellbrink eine erste Ziegelei angelegt, die bis etwa 1860 existiert. Vom 17. - 20. Jahrhundert lassen sich in Gellenbeck vier Ziegeleien und sieben Töpfereien nachweisen, die das Osnabrücker Land mit Dachziegeln und Irdenware versorgen; der ab 1511 erwähnte Hofname "Pötter" lässt eine weitaus ältere Töpfertradition vermuten.
1601     leben in Gellnbeck 118 steuerpflichtige Einwohner über 12 Jahre.
1618-48    Dreißigjähriger Krieg - auch in Gellenbeck wird mehrfach geplündert.
1809     erfolgt der Bau der ersten Niedermärker Schule in Sudenfeld gegenüber
von Bauer Westenberg.
1884     Verlegung der NIedermärker Schule von Sudenfeld nach Gellenbeck
in das ehemalige Gutsgebäude des Meyerhofes zu Spellbrink.
1912     erfolgt die Abpfarrung der Niedermark (Bauerschaften Gellenbeck,
Sudenfeld und Natrup) vom Kirchspiel St. Martinus und die Gründung
der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Gellenbeck.
1915     Einweihung der neuen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Ortsteil Sudenfeld

Sudenfeld - ehemalige Bauerschaft und jetzt südwestlicher Ortsteil der Gemeinde Hagen a.T.W.
um 1180     Erste urkundliche Erwähnung von zwei Höfen in "Sudenvelde". Der Name bedeutet "südliches Feld" und bezieht sich auf seine Lage im Goldbachtal.
1284     Grenzstreit mit der Lengericher Bauerschaft Schollbruch. Erwähnt werden die Höfe "de Mekelingdorpe" und "de Suthenvelde".
1601     In Sudenfeld wohnen etwa 90 Menschen auf den zwölf Höfen Gretzmann, Sudenfeld, Berelsmann, Meyer zu Mecklendorf, Grimmelsmann, Westenberg, Kriege, Tepe, Striedelmeyer, Fromme, Hestermeyer und Igelbrink.
1752     Bau einer Windmühle auf einer Kuppe des Höneberges. Die Bauern Sudenfeld, Grimmelsmann und Meyer zu Mecklendorf betreiben Ziegeleien.
1809     Bau einer ersten Schule für die Niedermark, schräg gegenüber von Bauer Westenberg an der heutigen Sudenfelder Str.  Als diese Schule 1884 nach Gellenbeck verlegt wurde, wurde auch in Sudenfeld eine Schule  gebaut. Diese wurde 1977 geschlossen und wird gegenwärtig z. T. als Sängerheim des MGV Sudenfeld genutzt.

Ortsteil Natrup

Natrup-Hagen ist eine der sechs Bauerschaften des Kirchspiels Hagen, welche heute die politische Gemeinde Hagen a.T.W. bilden. Der Name Natrup bedeutet "Nord-Dorf" - nördlich vom Goldbach und vom Meyerhof zum Spellbrink gelegen.
Funde aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit belegen eine frühe Besiedlung.
Um 500 n.Chr. existiert an der Quelle des Hagenbaches in Natrup bereits eine bäuerliche Ursiedlung mit den späteren Höfen Wellmann, Wacker, Elixmann, Konersmann und Tiemann.
Um 1186     Erste urkundliche Erwähnung von Höfen in Natrup, namentlich "Conradus de Nortorpe" (Konersmann), "Hermanus Eylekinc" (Elixmann), „Woltsetinc in Nortorpe" (Tiemann) und Osterhaus.
1343     ist der Meyer zu Natrup (Unter-) Holzgraf der Natruper Mark, der späteren Niedermark ("de scultere van nortorpe, den sworenen holrgreve der marke to nortorpe"). Der vermutlich um 800 n.Chr. gegründete Meyerhof sicherte die Furt über den Goldbach und somit die wichtige Landstraße zwischen Münster und Osnabrück.
1525-1592     stellen die Grafen von Tecklenburg terretoriale Gebietsansprüche auf die Niedermärker Bauerschaften Gellenbeck, Sudenfeld und Natrup. Nach blutigen Grenzfehden verbleibt die Niedermark bei Osnabrück, weil sie "seit alters her" zum Kirchspiel St. Martinus in Hagen gehört.
1601     leben in der Bauerschaft Natrup 101 steuerpflichtige Personen im Alter von über 12 Jahren.
1618-1648     Im Dreißigjährigen Krieg wird auch in Natrup schwer geplündert.
1652     Nach dem Westfälischen Frieden wird das Kirchspiel Hagen wieder den Katholiken zugesprochen, nur die Bewohner von drei Natruper Höfen entlang der Grenze zu Leeden bleiben reformiert.
1703     Bau der ersten Natruper Ziegelei auf dem Hof Witte; noch heute werden in Natrup-Hagen Dachpfannen und Klinker produziert.
1722-1726     Vorübergehende Wiederaufnahme des schon im Mittelalter betriebenen Silberbergbaues im Silberberg.
1736     Bau der "Natruper Mühle"; später gibt es in Natrup zeitweise fünf Wassermühlen.
1870-1871
1889     Bau der Eisenbahnlinie Münster-Osnabrück und Anlegung einer ersten „Haltestation" in Natrup-Hagen.
1912     wird Natrup-Hagen vom Kirchspiel St. Martinus in Hagen abgepfarrt und zusammen mit Gellenbeck und Sudenfeld der neu gegründeten Kirchengemeinde "Mariä Himmelfahrt“ in Gellenbeck zugeteilt.

Z e i t t a f e l

um   852    mutmaßliche Gründung der St. Martinus-Kirche
um 1088    Erste urkundliche Erwähnung der Hagener Bauerschaft Beckerode („Bikirothon)
1097          Erste urkundliche Erwähnung Hagens („parochia Hagen“) um  1186   Erste Erwähnung der Kirche in Hagen
1273           Erwähnung der Wassermühle auf dem Hof Meyer zu Gellenbeck
1341           Erste Erwähnung des St. Martinuspatroziniums
1492           Beginn des Neubaus der St. Martinus-Kirche
1523           Fertigstellung des Turmes der St. Martinus-Kirche. Erweiterungen der Kirche in den Jahren 1717 + 1748 + 1815+ 1836/37 + 1839/42
1575           Nach Blitzschlag brennt die Kirchturmspitze aus, die Glocken schmelzen
1603           Erste Erwähnung der später weit bekannten Hagener Kirschen
1607           Erste schriftliche Erwähnung der Hagener Kirmes
1615           Genehmigung zur Abhaltung eines Vieh- und Krammarktes (Montag nach Michaelis)
1623           Schwere Plünderung durch Soldaten des Christian von Braunschweig
1650           Hagen wird im sog. „Volmarschen Durchschlag“ den Katholiken zugesprochen
1664           Bau einer ersten Kirchspielsschule im Dorf Hagen
1723           Erster großer Brand im Dorf Hagen
1723           Wiederaufbau des Pfarrhauses (heute Altes Pfarrhaus) nach dem großen Brand
1809           Bau der ersten Schule in der Niedermark an der Sudenfelder Str., Verlegung zum Hof Meier zu Spellbink 1883
1827           Bau der Mädchenschule an der heutigen Jahnstr.
1836           Gründung der Beckeroder Eisenhütte
1846           Einrichtung einer evangelischen Schule in Natrup-Hagen
1856           Verkauf der Beckeroder Eisenhütte; in den Folgejahren Verlegung nach Malbergen
1868-69     Neubau der Knabenschule (heute Rathaus)
1872           Bau des Bahnhofes Natrup-Hagen
1882-83     Ankauf des ehemaligen Meierhofes zu Spellbrink und Umnutzung in eine Schule
1883           Errichtung einer „Sparkassennebenstelle“ in Hagen
1884           Anlegung eines neuen Friedhofes an der heutigen Natruper Str.
1884           Bau der Sudenfelder Schule, Aufhebung 1977
1887           Neubau einer evangelischen Schule in Natrup-Hagen
1892          Zweiter Hagener Dorfbrand
1894          Gründung der „Spar- und Darlehnskasse“, heute Volksbank
1902          Bau der Mentruper Schule, Aufhebung 1973
1904          Eröffnung des Bahnhofs Natrup-Hagen
1906          Gründung der Ordensniederlassung der Thuiner Schwestern für die ambul. Krankenpflege
1909          Gründung des „Elektrizitäts-Werks Hagen“
1910-11    Neubau der Volksschule St. Martin
1912-15    Die Niedermark wird von Hagen abgepfarrt
1915          Einweihung der Gellenbecker Kirche „Mariae Himmelfahrt“
1916          Fertigstellung des Gellenbecker Friedhofs
1925-26    Bau des St. Anna-Stiftes in Hagen-Beckerode
1931-32    Bau des Freibades anstelle eines alten Stauteiches der ehem. Beckeroder Eisenhütte
1933          Gründung des Wasserbeschaffungsverbandes Altenhagen
1947          Beginn der Bauarbeiten zur Anlegung der Sportanlage „Im Stern“
1951          Bau des Sparkassengebäudes mit Gemeindeverwaltung an der heutigen Natruper Str.
1955          Einweihung des Schulgebäudes an der Straße Zum Jägerberg
1957          Einweihung des Gustav-Görsmann-Heimes
1961-63    Umbau- und Erweiterung der Volksschule St. Martin
1963          Einweihung des Schulgebäudes Natrup-Hagen
1963          Bau des Wasserwerkes Niedermark
1963-73    Erweiterung und Umbau der Schule in Gellenbeck
1964-65    Bau des Feuerwehrgerätehauses Hagen
1965          Hagen und Niedermark werden 2 selbstständige Samtgemeinden
1965          Gründung des Heimatvereins Hagen a.T.W.
1966          Einweihung des Jugendheimes St. Martinus
1966          Bau der Friedhofskapelle auf dem Martinusfriedhof
1968          Die Gemeinden Altenhagen, Hagen und Mentrup schließen sich zur Gemeinde Hagen a.T.W. zusammen
1968           Beginn der Bauarbeiten für das Schulzentrum
1969           Einweihung des Fransziskuskindergartens, ursprünglich Kindergarten St. Marien
1969           Errichtung der Realschule
1969           Einweihung des Martinusheimes und des Kindergartens St. Martinus
1971           Die Gemeinden Gellenbeck, Natrup-Hagen und Sudenfeld vereinigen sich zur Gemeinde Niedermark
1971           Errichtung einer Volkshochschule als Außenstelle der KVHS e.V.
1972           Zusammenschluss der Gemeinden Hagen a.T.W. und Niedermark zur Gemeinde Hagen a.T.W.
1972           Gründung der Jugendmusikschule
1973           Einweihung der neuen Kirche St. Martinus
1973           Einweihung der Sporthalle im Sportzentrum
1974           Gründung der Ev. luth. Melanchthon-Kirchengemeinde
1973           Bau des Feuerwehrgerätehauses Niedermark
1975           Eröffnung des Hallenbades
1975           Einweihung des Rathauses
1977           Einweihung des Ev.-Luth. Kirchen- und Gemeindezentrums
1978           Übergabe der Ehem. Kirche als Kulturzentrum
1979           Bau der Kläranlage am Ziegeleiweg
1980          Übernahme des Alten Pfarrhauses durch die politische Gemeinde zum Zwecke der Unterbringung der Öffentl. Hauptbücherei, des Töpfereimuseums und von emeinschaftsräumen
1982           Gründung der Sozialstation Hagen a.T.W. - Hasbergen
1984           Einweihung des Waldfriedhofes
1985-97     Durchführung der Ortskernsanierung
1986-87     Grundsteinlegung zum Bau der gr. Sporthalle Niedermark
1987-89     Renovierung der Gellenbecker Mühle
1991           Einweihung des Bürgerhauses Natrup-Hagen
1992           Einweihung des Melanchthonhauses (Kindergarten, Kirche, Gemeinderäume)
1994           Einweihung des St. Christopherus-Kindergartens
1995           Umbau und Erweiterung des Rathauses
1995           Einweihung des Kindergartens St. Marien
1996-99      Erweiterung der Grundschule St. Martin und Bau der Sporthalle
1997           Jubiläumsjahr „900 Jahre Hagen a.T.W.“
1998           Wiedererrichtung der Sudenfelder Grützemühle bei der Gellenbecker Wassermühle
1999           Einweihung der Friedhofskapelle Gellenbeck
1999           Errichtung des Backhauses beim Alten Pfarrhaus
2010           Umbau und Erweiterung des Kindergartens St. Martinus
2010-11      Umbau des Fachwerkhauses auf dem Waldfriedhof in eine Friedhofskapelle
2013           Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für die Ortswehr Hagen
2015           Neugestaltung des Rathausvorplatzes