An der Dallmühle

Im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt
Ihren heutigen Namen erhielt die „Dallmühle“ erst 1925
Erst vor wenigen Jahren erhielt die kleine Straße in unmittelbarer Nähe zur Mühle ihren Namen: „An der Dallmühle“. Ein kleines Neubaugebiet zwischen Mühlenteich und Mühle mit wenigen Häusern hatten eine entsprechende Zuführung nötig gemacht und für eine Anbindung an die Bergstraße gesorgt.
Die Dallmühle ist die von insgesamt vier Hagener Mühlen die zweitälteste. Sie wird im Jahr 1341 erstmals als Niemanns Mühle beziehungsweise als  „Nyermolen“ urkundlich erwähnt. Da sie ausgesprochen günstig zwischen dem Dorf Hagen und der Siedlung Beckerode am Borgberg liegt, hatte sie von Beginn an wesentlich mehr Zulauf als zum Beispiel die Gellenbecker Mühle. Dank ihrer Auslastung wurde die Hagener Einrichtung von Anfang an von einer Müllerfamilie betrieben, die übrigens bereits ab dem 16. Jahrhundert den Namen ihres Gewerbes angenommen hatten. Sonst war es üblich, dass der Besitzer einen Knecht mit den anfallenden Arbeiten beauftragte.
Mehrere Funktionen erfüllte die Dallmühle von Anfang an: Hier ließen die Landwirte ihr Getreide mahlen, außerdem nutzte man sie als „Bokemühle“, in der Hanf zerstoßen wurde. Damit entfiel die zeitraubende und kräftezehrende Verarbeitung mit der Hand. Danach konnte aus dem Flachsextrakt Leinen gewonnen werden. Das war eine ganz wichtige Errungenschaft, zählte die Leinenweberei in der Zeit vom 16. bis 19. Jahrhundert doch zu den Haupterwerbszweigen im Osnabrücker Land. 1862 zum Beispiel klapperten noch 317 Webstühle im Kirchspiel Hagen.
Waren in den ersten Jahrhunderten zumeist Adelige im Besitz der Dallmühle, kam sie erst spät in Privatbesitz: Der Hagener Kaufmann Frommeyer erwarb sie 1917 für 65.000 Mark. Acht Jahre später überließ Frommeyer die Mühle seinem Schwiegersohn Theo Dallmüller. Unter dessen Leitung wurden wesentliche Neuerungen eingeführt: Die alte Bokemühle, die bis in den Ersten Weltkrieg in Betrieb war, wurde abgerissen. Auf dem freigewordenen Raum installierte Theo Dallmüller ein Sägewerk. Außerdem erhielt das Hauptgebäude einen Anbau. Das 4,50 Meter hohe und 1,50 breite hölzerne Mühlenrad wurde ab 1939 durch eine Turbine ersetzt. Doch mangels ausreichender Nachfrage stellte Theo Dallmöller junior den Betrieb der Mühle in den 70er Jahren ein.
Mühlengebäude mitsamt Turbinenhäuschen, Mühlenteich und Stauwehr gibt es nicht zuletzt dank einiger Finanzspritzen durch die Gemeinde bis auf den heutigen Tag. Von Zeit zu Zeit sieht man auch Mitglieder des Hagener Mühlenvereins das Sägewerk nutzen.

Werner Barthel