Zu dem von der Gemeinde durchgeführten Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Freiraums zwischen dem geplanten Einkaufszentrum an der Hüttenstr. und der Alten Str. hat der Vorstand des Heimatvereins die nachstehende Stellungnahme abgegeben:

 

Stellungnahme

zum Beitrag des Architekturbüros Mutert Bramsche

im Städtebaulichen Ideenwettbewerb mit Realisierungsanteil Freianlage Hagen-Ortskern

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Entwurf des 1. Preisträgers des o. a. Wettbewerbs sieht eine Baumbepflanzung des Park- und Marktplatzes an der Hüttenstraße sowie als entscheidenden Impulsgeber die Schaffung eines urbanen und vitalen Platzes an der Ecke Hüttenstraße/Alte Straße/Parkweg vor. Auf diesem „Neuen Markt“ ist die strategische und aufwertende Platzierung des Wochenmarktes vorgesehen.

Der Vorstand des Heimatvereins hat sich intensiv mit dem vorliegenden Ideenbeitrag des Architekturbüros Mutert Bramsche auseinandergesetzt. Dabei wurden viele Fragen erörtert, die sowohl die Anlieger als auch die Bürgerschaft insgesamt bewegen dürften. Aus seinem satzungsmäßigen Auftrag heraus möchte er aber nur auf die folgenden Aspekte hinweisen:

1. Bei einer Gestaltung dieses neuen Hagener Zentrums sind die Interessen der traditionellen Hagener Kirmes im Auge zu behalten. Es muss auch hier Platz bleiben für größere Fahrgeschäfte an der Hüttenstraße. Ob das bei der geplanten Anpflanzung von mehr als 40 Japanischen Kirschen, als „Kirschbaumallee“ bezeichnet, in zwei bis drei Reihen gewährleistet ist, erscheint uns sehr fraglich.

2. Zurzeit befindet sich in der Ecke Alte Straße/Hüttenstraße eine Parkanlage mit zahlreichen Bäumen. Die Anlegung des gepflasterten Platzes bis zu den Fahrbahnkanten würde die Entfernung sämtlicher ca. 20 Laubbäume sowie der übrigen Gehölze bedeuten. Die Parkanlage macht zwar einen wenig attraktiven Eindruck und wird als Aufenthaltsort von der Bevölkerung wenig angenommen, aber Grünflächen im Ortsbild haben grundsätzlich einen hohen ökologischen Wert und tragen zu einem als angenehm empfunden Ortsbild bei. Zudem bildet die bisherige Parkanlage für den Bereich Parkweg einen Lärmschutz. Dort sieht die Planung ohne Angabe der Höhe eine Bruchsteinmauer als „Raumkante“ vor. Außerdem hat eine Grünfläche wichtige Bedeutung für die Regulierung des Kleinklimas, während eine pflasterte Fläche die Luft bei Sonneneinstrahlung besonders aufheizt. Ob diese Funktion der geplante „Platanenhain“ an der Südseite des „Neuen Marktes erfüllen kann, erscheint ebenfalls sehr fraglich. Wenn man bedenkt, wie groß eine Platane wird, ist leicht zu sehen, dass auf dieser Fläche für 21 Platanen, wie die Zeichnung vorsieht, kein Platz ist.

In den zurückliegenden Jahrzehnten wurde unser Ortskern bereits in starkem Maße versiegelt; mit einer weiteren Verdichtung ist zu rechnen. Wir sind daher sehr dankbar dafür, dass die Gemeinde in der Vergangenheit Anträgen, Teilflächen der gemeindlichen Grünanlagen im Ortskern zwecks einer Bebauung zu veräußern, nicht entsprochen hat.

Zusammenfassend stellen wir fest, dass die Grünanlage Alte Str. ein Stück Lebensqualität für unsere Bürgerinnen und Bürger darstellt. Wir empfehlen statt einer Beseitigung eine attraktivere Gestaltung, um den Aufenthaltswert und damit die Zufriedenheit mit der Grünanlage zu verbessern.

Wir bitten sie, unsere Bedenken mit in ihre Abwägung einzubeziehen.

 

Mit freundlichem Gruß

 

 

Antonius Thorwesten, Vorsitzender