Themen, Probleme und Maßnahmen zum Naturschutz, zur Ortsbild- und Kulturlandschaftspflege in Hagen a. T. W.

„Landschaft erzählt Geschichte“
Die Gemeinde hat im Jahre 1998 die von Herrn Christian Wiegand verfasste Bro-schüre „Landschaft erzählt Geschichte – Auf Spurensuche in Hagen a. T. W.“  her-ausgegeben, in der die in unserer Gemeinde noch sichtbaren historischen Kultur-landschaftselemente erfasst und dargestellt werden. Der HVH plädiert dafür, in ei-nem überschaubaren Zeitraum über eine gründliche Überarbeitung und eine Neuauflage nachzudenken, um einer breiten Öffentlichkeit den Wert unserer Kulturgüter zu vermitteln und sie zu einer Mitwirkung an der Pflege anzuregen

Wallhecken
Wallhecken dienten zu früherer Zeit aus wirtschaftlichen Gründen als Schutzwall gegen Erosion, der Grenzfeststellung, der Einfriedung von Weideflächen zum Schutz vor Überweidung und der Holzerzeugung. Heute sind Wallhecken Bestandteil der traditionellen, bäuerlichen Kulturlandschaft und damit wesentliche Elemente unseres Ortsbildes. Noch sind einige dieser markanten Hecken erhalte und bedürfen des Schutzes. Umso mehr ist zu bedauern, dass am Waldrand eines Grundstücks an der Straße Zum Jägerberg eine Wallhecke mit Boden verfüllt und damit zerstört wurde.
Der HVH begrüßt sehr die Bemühungen der Gemeinde, durch geeignete Maßnah-men einer weiteren Beeinträchtigung dieses Landschaftsteiles vorzubeugen.

Freihaltung von Wiesenflächen
Der HVH ist dankbar für die naturnahe Beweidung der Almwiese, sodass der Aus-blick auf Hagen vom Borgberg erhalten bleibt, und  für die Freihaltung einer Feucht-wiese im Wiesental zum Schutz eines wertvollen Bio-tops/Kulturlandschaftselements.

Ortsnahe Waldflächen
Bäume sind ein wichtiges Element der Orts- und Landschaftsgestaltung. Wäldern und kleinräumigen Waldstrukturen kommt eine besondere Bedeutung zu. Der HVH unterstützt den Vorschlag des Bezirksförsters, zum Verkauf stehende ortsnahe Waldflächen für die Allgemeinheit zu sichern. Sofern nicht Hagener Land- bzw. Forstwirte an einem Ankauf interessiert sind, müsste über einen Ankauf solcher Flächen durch die öffentliche Hand zur Erhaltung der Qualität unseres Ortsbildes und des Wohnens in Hagen nachgedacht werden.

Streuobstwiesen und Kirschbaumpflanzungen
Der Heimatverein wird seine Aktion zur Ergänzung von charakteristischen Streu-obstwiesen fortsetzen.
Die weitere Gewährung von Zuschüssen seitens der Gemeinde für die Anpflanzung von hochstämmigen Süßkirschenbäumen wird für sinnvoll ange-sehen.

Altbaumschutz
Im Rahmen des Altbaumschutzes sind die abgestimmten Sicherungsmaßnahmen abgeschlossen. Die erfassten Altbäume werden weiterhin beobachtet. Der Heimat-verein wird sich dort auch in Zukunft gegebenenfalls finanziell engagieren.

Grünanlagen Alte Straße und beim Alten Pfarrhaus
Wir haben sehr die Äußerungen von Rats- und Verwaltungsvertretern begrüßt, dass die Grünanlage Alte Straße im Rahmen der weiteren Planung erhalten werden sollte.
Auch die Bäume auf dem Parkplatz vor dem bisherigen Neukauf-Markt sind in ihrem Bestand gefährdet und sollten gesichert werden.
Für Bäume, die im Rahmen von Baumaßnahmen im Ortskern entfernt werden, soll-ten wir Lösungen für Ersatzpflanzungen ebenfalls im Ortskern suchen

Ortsränder
Die Ausweisung von Baugebieten an den Ortsrändern bewirkt eine Umgestaltung unseres Landschaftsbildes. Der HVH spricht sich dafür aus, die Übergänge zwischen Siedlung und Landschaft bewusst zu gestalten. Von außen einsehbare Betonstützmauern, wie beispielsweise beim künftigen Ortsrand des Baugebietes Altenhagener Esch oder Lamellenzäune wie an der Natruper Straße in Natrup-Hagen  und andere unattraktive Randnutzungen sollten vermieden werden. Vielleicht kann die Gemeindeverwaltung im Rahmen der Erschließung von Baugebieten mit den Bauwilligen Lösungen suchen.
Der HVH begrüßt ausdrücklich die Planung  der Gemeinde, den Landschaftsraum im Bereich der neuen Regenrückhaltebecken an der Iburger Straße/Im Brook durch die Anpflanzung einiger Bäumen zu gliedern.

Randbepflanzung an Gewerbegebieten
Zur Abschirmung der angrenzenden Gewerbegrundstücke empfehlen wir die An-pflanzung einiger Bäume im Bereich des Regenrückhaltebeckens an der Hüttenstraße.
Das Gewerbegebiet Töpferstraße sollte, sobald die Planungen für eine eventuelle Erweiterung der Firma Hippe abgeschlossen sind, eine Begrünung in Richtung Goldbach erhalten.

Straßen- und Wegeränder
Wir sehen die Gefahr, dass durch die zu erwartende weitere Intensivierung der Landwirtschaft Randstreifen von Wegen, Äckern und Gewässern, die sich positiv auf den Naturhaushalt auswirken und das Landschafsbild beleben, in unnötiger Weise abgepflügt werden.
Bauen im Außenbereich
Als Folge des Strukturwandels in der Landwirtschaft sind langfristig zahlreiche der nicht mehr benötigten landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäude in ihrem Fortbestand gefährdet und werden durch funktionelle Neubauten ersetzt. Der HVH begrüßt es, dass sich die Gemeinde und der Landkreis um eine Baugestaltung bei  Um-, Ersatz- und Neubauten  bemühen, die an unsere sensible Landschaft angepasst ist. Viele dieser Neubauten der letzten Jahre entsprechen in Baustil und Materialwahl den Anforderungen an ein landschaftsadäquates Bauen, einige wirken allerdings als zu groß geratene Fremdkörper im Hagener Tal.
Baumreihen und Alleen
Der HVH wird sich daran beteiligen, weitere Standorte für die Anpflanzung von Hofalleen ausfindig zu machen. Herr Schniederbernd wird u. a. mit dem Eigentümer des Hofes Plogmann in Altenhagen Kontakt aufnehmen.   

Baudenkmäler
Baudenkmäler gehören zu unserem kulturellen Erbe und sind markante Elemente unserer Kulturlandschaft. Die Zahl der Baudenkmale in unserer Gemeinde ist aller-dings nicht sehr groß. Ein aus Natursteinen bestehendes früheres Heuerhaus an der Osnabrücker Straße ist in seinem Bestand gefährdet.

Grabdenkmäler
Der HVH anerkennt die Bemühungen der Gemeinde um eine Erhaltung von wertvollen Grabdenkmälern auf den gemeindlichen  Friedhöfen und ist bereit, sich in weitere Erhaltungsmaßnahmen mit einzubringen.