Die Erhaltung unserer Kulturlandschaft zählt zu den vorrangigen Aufgaben unserer Zeit

In Hagen a.T.W. gibt es bekanntlich keine reinen Naturlandschaften mehr. Vielmehr haben die hier wohnenden Menschen unsere Landschaft über viele Jahrhunderte bearbeitet und entsprechende Spuren ihres Schaffens hinterlassen.

Die sichtbaren Relikte früherer Landnutzung werden als historische Kulturlandschafts-elemente bezeichnet. Sie sind als schützenswert anzusehen, weil sie bei heutiger Nutzung nicht mehr entstehen würden. Ein Verlust bedeutet daher einen Verlust unseres Kulturgutes. Die Erhaltung der Elemente hat Bedeutung für das Heimatgefühl unserer Bürgerinnen und Bürger und trägt zur Identität unserer Gemeinde bei. Das sind Gründe dafür, dass sich der Heimatverein auf diesem Feld engagiert.

Streuobstwiese und Ackerterrassen auf dem
früheren Hof Forstmann in Mentrup

Die nachstehende Auflistung vermittelt einen Überblick über die Vielfalt der in unserer Gemeinde noch zu entdeckenden Landschaftselemente, die den Landschaftswandel überdauert haben:

Allemanns Garten bei Witte-Elixmann, Brunnen, Natursteinbrücken, Gewässerstauanlagen, Mühlenteiche, Fischteiche, Flachsteiche, Natursteinmauern, Grenzsteine, historische Straßen und Wege, Baumalleen, Niederwald, Hudewald, Kopfbäume, Grenzbäume im Bienenkamp in Natrup-Hagen und am Holzhauser Berg, Streuobstwiesen, Wallhecken, Wölbäcker am Eichenkamp und bei Meyer to Bergte, Ackerterrassen, Steinbrüche, Stollen, Sand-, Ton- und Mergelgruben, Pingen und Halden am Silberberg und am Ellenberg (durch Bergbautätigkeiten entstanden), Fundamentreste und Verladestation der früheren Seilbahn, Wegkreuze, Kapellen, Bildstöcke, Sühnekreuz am Wiesentalweg, Grabdenkmale, Kriegerdenkmale, Hügelgräber, Franzosenstein am Buchenkamp, Gedenktafeln, Vorratskeller, ehemalige Hofplätze der Bauernhöfe an der Heggestr.

Im Jahre 1998 hat die Gemeinde eine von Herrn Christian Wiegand verfasste Broschüre zum Thema „Landschaft erzählt Geschichte – Auf Spurensuche in Hagen a.T.W.“ heraus-gegeben. Einige Exemplare sind noch im Rathaus erhältlich.

Unterhalb von Baumanns Knoll in der Gemarkung Altenhagen befindet sich das erste Wassergewinnungsgebiet in unserer Gemeinde aus dem Jahre 1932. Das Wasser wurde mit natürlichem Druck zu einem Hochbehälter auf dem Ellenberg mit einem Fassungsvermögen von 15 m³ geleitet. Das Wassergewinnungsgebiet stellt ein historisches Objekt zur Geschichte der Wasserversorgung dar. Es ist untrennbar mit der Siedlungsentwicklung Hagens verbunden. Ihm kommt somit eine ortsgeschichtliche Bedeutung zu. Die Quelle des bereits im oder nach dem 2. Weltkrieg aufgegebenen Wassergewinnungsgebietes war identisch mit der Quelle des durch das Wiesental bis zum Dillbach an der Iburger Str. verlaufenden Poggenbaches.

Es ist dem Heimatverein ein Anliegen, an den seinerzeitigen bürgerschaftlichen Einsatz in Form der Gründung der Wassergenossenschaft Wasserleitung Altenhagen zu erinnern und das ehemalige Wassergewinnungsgebiet sowie die Quelle des Poggenbaches als Landschaftselemente sichtbar zu dokumentieren. In diesem Sinne wurde am angrenzenden überregionalen Ahornwanderweg ein Findling mit einem Informationsschild aufgestellt. Der Text lautet:

 

Am 10.11.1932 gründeten 32 Interessenten

aus Altenhagen und Mentrup die

„Wassergenossenschaft Wasserleitung Altenhagen“

Damit wurde der Grundstein für die Siedlungsentwicklung

im Dorf Hagen gelegt. Unterhalb dieser Hinweistafel

befand sich das an der Quelle des Poggenbaches

ausgewiesene erste Wassergewinnungsgebiet

mit dem noch vorhandenen Brunnenschacht.

Heimatverein Hagen a.T.W.

 

Der WBV Altenhagen sowie der Grundstückseigentümer, Herr Josef Niehenke, dessen Großvater zu den Gründungsmitgliedern der Wassergenossenschaft gehörte, haben dem Vorhaben zugestimmt.

Die Wassergenossenschaft Wasserleitung Altenhagen musste sich im Jahre 1941 auf Anordnung des Landratsamtes, weil dem damaligen Regime Genossenschaften ein Dorn im Auge waren, in „Wasserbeschaffungsverband Altenhagen“ umbenennen.

Die Schätze unserer Heimat können auf Dauer nur erhalten werden, wenn ihnen von unseren Bürgerinnen und Bürgern sowie den zuständigen Institutionen eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.