Vortrag von Frank Witte über den Plaggenesch

Für den Heimatverein hielt Frank Witte einen interessanten Vortrag über die Geschichte und Bedeutung des Plaggenesches und seine noch heute hinterlassenen Merkmale in der Landschaft.

Noch heute sind Plaggenesche Zeugnisse alter Bewirtschaftungsformen unserer Landschaft. Diese mindestens 40 cm, aber meist auch dickere humose Bodenschicht entstand über Jahrhunderte durch wiederkehrende Bodenaufträge. Dabei wurden einige wenige dorf- oder hofnahe Fluren regelmäßig mit Gras- oder Heideplaggen gedüngt.  Diese vormals für die Landwirtschaft unbrauchbaren Böden waren dann für den Anbau nutzbar. Durch die starke Zunahme der Bevölkerung ab dem 12. Jahrhundert musste auf diese Art die Anbaufläche erheblich erweitert werden. Solche mit Plaggen aufgebrachten Flächen nennt man in der hiesigen Region Esch. Die Grass – oder Heideplaggen entnahm man von den weiter entfernten Flächen des Dorfes, die man im Osnabrücker Land Mark nannte. Mit Erfindung des Kunst – oder auch Mineraldüngers ging der Plaggenauftrag im 19. Jahrhundert stark zurück und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts endgültig eingestellt.

Frank Witte sprach während seines Vortrages im ehemaligen Pfarrhaus von heute noch in der Landschaft ablesbaren linsenförmigen Aufhöhungen der Geländeoberfläche, die auch in der Hagener Landschaft sichtbar sind. Der Plaggenesch ist ein Alleinstellungsmerkmal der nordwestdeutschen Landschaft. Die auch in Hagen noch anzufindenden Anhebungen auf Äckern sowie die Ackerkanten sind unverwechselbare Merkmale der heimatlichen Kulturlandschaft und verdienen Beachtung sowie Schutz. Der Eschboden wird durch die stark zunehmende Bebauung unwiederbringlich zerstört und kann durch jedwede Ausgleichsmaßnahme nicht rekonstruiert werden.