Forschungen von Rainer Rottmann über die Hexenverfolgung

Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung

Vortrag über Hexen

Über den neueren Forschungsstand zur Hexenverfolgung in der Region informierte Rainer Rottmann. Obwohl seit knapp 300 Jahren zumindest in Europa keine Hexen mehr verfolgt werden, halten sich beispielsweise noch immer Alltagsbegriffe, wie Hexenkessel, Hexenschuss oder ungleich anmutender Pflanzenwuchs in der Natur als Hexenring, ließ Rottmann wissen.

Obwohl es Verfolgungen von Menschen, die vermeintlich zaubern konnten, schon Jahrhunderte gab, kam es in Europa erst ab dem 16. Jahrhundert zu Verfolgungswellen. Laut Rainer Rottmann war auch Martin Luther dafür verantwortlich. Nach Predigten des Reformators über das angebliche Hexenwesen wurden schließlich in Wittenberg vier Frauen verbrannt.

Gründe der Hexenverfolgung

Zwei Ereignisse sind für Rottmann die Gründe, warum es ab den 1560er Jahren in der Region Osnabrück zu Hexenverfolgungen kam. Zum einen spielten weltweite Vulkanausbrüche eine Rolle, meinte der Heimathistoriker. Sie verdunkelten die Atmosphäre und es kam in Europa zu teilweise extremen klimatischen Schwankungen. Missernten, Hungersnöte und Krankheiten folgten, für die viele nur eine Erklärung hatten: Schuld am Schaden haben sogenannten Zaubersche.

Rottmann führte aber auch einen noch aktuelleren Erklärungsansatz am Rande mit ein. Die Hexenverfolgung diente in den Jahren der noch jungen Reformation der Machtsicherung der evangelisch-lutherischen Räte und Droste in Osnabrück und im Hochstift. Dieser Demonstration fielen bis in die 1640er Jahre über 300 Frauen und einige wenige Männer zum Opfer.