Backhaus

Wir haben die Tradition des Brotbackens im Steinofen wiederbelebt

Südlich der Ehemaligen Kirche St. Martinus und der im Jahre 1973 eingeweihten neuen Pfarrkirche St. Martinus befindet sich der frühere Hagener Pfarrhof. Mit dem Neubau eines Pfarrhauses in den Jahren 1981/82 als Folge der Errichtung der neuen Pfarrkirche verlor der alte Pfarrhof seine ursprüngliche Funktion.

Der Gebäudekomplex umfasst das im Jahre 1723 errichtete Pfarrhaus mit dem im Jahre 1819 errichteten Querhaus, einen Schuppen sowie ein im Jahre 1999 errichtetes Backhaus. Das Backhaus wurde an der Stelle errichtet, an der bis in die 1930er Jahre hinein das Backhaus des Pfarrhofes gestanden hat.



Nach einem in zwei Phasen (1984 und 1986) seitens der Gemeinde Hagen a.T.W. durchgeführten Umbau wird das Fachwerkhaus im südlichen Teil als Öffentliche Bücherei und im nördlichen Teil des Erdgeschosses als Begegnungsstätte sowie im Obergeschoss als Töpfereimuseum genutzt. An den Kosten für die Errichtung des Backhauses hat sich der HVH beteiligt.



Im Backhaus wird ein Mal im Monat sowie bei Bedarf von unserem Mitglied Ludger Nobbe Steinofenbrot gebacken.




Heimatstube im Bürgerhaus Natrup-Hagen

Im Ortsteil Natrup-Hagen hat die Gemeinde Hagen a.T.W. im Jahre 1991 neben dem Grundschulgebäude ein Bürgerhaus errichtet, welches sich zu einem Mittelpunkt gesell-schaftlichen Lebens entwickelt hat.

Im Kellergeschoss befinden sich ein kleiner Versammlungsraum sowie ein Schießstand des Schützenvereins Natrup-Hagen. Das Erdgeschoss umfasst einen Kaminraum sowie einen Saal für größere Veranstaltungen. Im Obergeschoss hat der HVH eine Heimatstube eingerichtet. In ihr werden u. a. alle Geräte, die zur Flachsverarbeitung und Leinen-herstellung benötigt wurden, ausgestellt.

In der Heimatstube, die auch als kleines Sitzungszimmer genutzt wird, befindet sich darüber hinaus ein Arbeitsplatz des Foto- und Filmkreises des HVH.

GRENZDREICK BAD IBURG, HAGEN, LIENEN

Die hier gesetzten Grenzsteine markieren den Punkt, an dem die drei Gemeinden Bad Iburg, Hagen und Lienen aneinanderstoßen. Zugleich verläuft hier die Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Die Grenze hat eine lange Tradition: Schon im Mittelalter schieden sich hier die Kirchspiele von Glane, Lienen und Hagen. Damals wurden Grenzprozessionen durchgeführt, bei denen jede Pfarrgemeinde eine Statue ihres Patronatsheiligen mit sich trug (sogenannte „Heiligentragt“).

Hier am Urberg, wo die drei Prozessionen zusammentrafen, stand ein „Heiligenstuhl“, auf dem man die Heiligenfiguren absetzte und dann Gottesdienst feierte.

1527

Mehrfach blutige Grenzfehden zwischen Tecklenburg und Osnabrück wegen Lienen und der Hagener Niedermark.

1527

Mit Einführung der Reformation in der Grafschaft Tecklenburg entfallen die traditionellen Grenzprozessionen. 1595 heißt es: „Vom Hailigen Stul (am Urberg) ... sein nur noch etliche Pfähle in der Erden fürhanden, drauff vormahlen ein großer Stein gelegen.“

1595 – 1609

Die Grafen von Tecklenburg setzten endgültig ihre territorialenAnsprüche in Bezug auf das ursprünglich zu Osnabrück gehörige Kirchspiel Lienen durch, nur die ehemals Lienener Bauerschaft Ostenfelde verbleibt bei dem Fürstbistum Osnabrück. Aus den einstigen Kirchspielgrenzen wird endgültig eine Landesgrenze, die mit Schlagbäumen und einer Landwehr militärisch gesichert wird.

1707

Die Grafschaft Tecklenburg und damit auch Lienen werden vom Königreich Preußen erworben.

1740 – 1854

Hohe Einfuhrzölle fördern den Schmuggel über die Grenze. Die Flurbezeichnung „Salzweg“ und Schmuggelpättken“ erinnern an diese Zeit.

1787

Landvermessung im Fürstbistum Osnabrück durch J. W. Du Plat; Auch die Grenze zu Lienen wird dabei vermessen.

1803/1813

Das Fürstbistum Osnabrück wird aufgelöst und dem Königreich Hannover zugesprochen.

1827

Vermessung der im hiesigen Bereich verlaufenden Landesgrenze.  Es werden Grenzsteine mit der Jahreszahl „1827“ und den Initialen „P“ (für Preußen) und „H“ (für Hannover) gesetzt. Später werden weitere Grenzsteine gesetzt.

1837

Staatsvertrag Hannover/Preußen bezüglich der offiziellen Anerkennung der 1827 vermessenen Hoheitsgrenze.

1866

Das Königreich Hannover wird von Preußen annektiert. Die alte Staatsgrenze bleibt aber als Verwaltungsgrenze bestehen.

1946

Bei Bildung der neuen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachen orientiert man sich im hiesigen Bereich an dem alten Grenzverlauf; die Grenze wird wieder zur Landesgrenze diesmal jedoch ohne Schlagbaum und Zollstation.

2004

Der Verein für Orts- und Heimatkunde Bad Iburg sowie die Heimatvereine von Lienen und Hagen veranstalten eine gemeinsame Grenzbegehung („Schnautgang“) und setzen zur Erinnerung an diesem Grenzdreieck einen symbolischen Grenzstein, der eher verbinden als trennen soll.

BECKERODER EISENHÜTTE

Westlich dieser Info-Tafel stand im 19. Jahrhundert die „Beckeroder Eisenhütte“. Sie war der erste Eisen erzeugende und verarbeitende Industriebetrieb des Osnabrücker Landes und gab wichtige Impulse für die weitere Industrialisierung unserer Region.

Grafik auf einem Musterbuch der Beckeroder Eisenhütte

  • 1836    Ankauf der am Goldbach gelegenen Betriebsgrundstücke durch Johan Carl Forster, einem aus Osnabrück gebürtigen Eisenhüttenfachmann.
  • 1837    Beginn umfangreicher Arbeiten für den Bau einer Eisenhütte. Errichtet werden: Magazin, Kohlenschuppen, Gießerei, Hüttengebäude mit Hochofen, Werkstattgebäude, Faktorenwohnung und Platzmeistergebäude.
  • 1839    Am 19. Oktober wird der mit Holzkohle betriebene Hochofen in Beckerode erstmals „angeblasen“. Die Eisenerze kommen zunächst aus Lintorf und vom Hüggel, später auch vom Ellenberg und vom Martiniberg. Daneben wird auch Raseneisenerz aus Glandorf verhüttet.
  • 1846    Julius Meyer (*1817 in Bohmte, +1863) wird vorübergehend Alleineigentümer der Eisenhütte. Bau des „Herrenhauses“.
  • 1848    Bürgerliche Revolution in Deutschland. Julius Meyer und seine Fabrikarbeiter organisieren einen Demonstrationszug von der Eisenhütte in das nahegelegene Dorf Hagen.
  • 1851    Erweiterung der Eisenhütte durch ein Stahl- und Walzwerk. Etwa 320 Mitarbeiter und Zulieferer stehen zu dieser Zeit auf den Lohnlisten der Eisenhütte.
  • 1856    Verkauf der Beckeroder Eisenhütte und deren Bergwerkskonzessionen an den von Hannover aus gegründeten „Georgs-Marien-Bergwerks-und Hüttenverein“, der in Malbergen ein neues Eisenhüttenwerk, nämlich die „Georgs-Marien-Hütte“ errichtet. Nach und nach wird die Produktion von Beckerode nach Malbergen verlagert.
  • 1863    Stilllegung des Hochofens und Abriss der meisten Produktionsgebäude in Beckerode. Auf dem Fabrikgelände verbleibt nur die Kesselschmiede mit etwa 25 Mitarbeitern.
  • 1902    Schließung und Abriss der Kesselschmiede.
  • 1921    Beginn der Wohnbebauung des ehemaligen Fabrikgeländes.
  • 1931/32     Der einstige Fabrikteich der Beckeroder Eisenhütte wird von arbeitslosen jungen Männern aus Hagen-Beckerode zum Hagener Freibad ausgebaut. Das Wasser für diese „Badeanstalt“ wird zunächst mittels des alten Staugrabens der Eisenhütte aus dem Goldbach entnommen.
  • 1942    Unter Verwendung der bis zu 1,80 m dicken und 7,50 m tiefen Mauern der ehemaligen Wasserradhalterungen der Eisenhütte errichten Anwohner einen unterirdischen Luftschutzbunker, in dem die Zivilbevölkerung Schutz vor Bombenangriffen der Alliierten findet.
  • 1999    Bei Bebauung einer der letzten Baulücken auf dem einstigen Fabrikgelände stößt man auf das massive Bruchsteinfundament des alten Hochofens.
    Von der Eisenhütte existieren heute nur noch drei Gebäude, nämlich das „Platzmeistergebäude“ (Beckeroder Platz 1), das „Herrenhaus“ (Beckeroder Platz 5) und der „Kohlenschuppen“ (Beckeroder Platz 14). 


Beckerode, den 30.6.2007
Heimatverein Hagen a.T.W.

Dreiländereck Leeden - Hasbergen - Hagen a.T.W.

Der hier gesetzte Grenzstein markiert den Punkt, wo die drei Gemeinden Leeden, Hasbergen und Hagen aneinanderstoßen. Zugleich verläuft hier die Landesgrenze zwischen den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Diese Grenze hat eine lange Tradition: Im Mittelalter schiedensich hier die Pfarrbezirke des Klosters Leeden sowie der St. Martinuskirche in Hagen und des weitläufigen Osnabrücker Stadtkirchspiels St. Katharinen, zu welchem auch der Hüggel und die Bauerschaften Ohrbeck und Hasbergen gehörten.

Da Leeden zur Grafschaft Tecklenburg gehörte, Hagen und Hasbergen dagegen zum Fürstbistum Osnabrück, verlief hier von alters her zugleich auch die Landesgrenze, die nicht nur mit Schlagbäumen gesichert, sondern bis in das 17. Jahrhundert hinein oft genug blutig umkämpft war.

13.-15. Jhd.

Mehrfach blutige Grenzfehden zwischen Tecklenburg und Osnabrück

1525/
1592

Der Graf von Tecklenburg stellt terretoriale Gebietsansprüche auf die Hagener Niedermark (bestehend aus den Bauerschaften Gellenbeck, Sudenfeld und Natrup) sowie den jeweiligen Teil des Osnabrücker Stadtkirchspiels, die "jenseits der Düte liegen", darunter auch den Hüggel und Teile der Bauerschaft Hasbergen. In dem bewaffneten Konflikt kann sich der Graf von Tecklenburg nur in bezug auf jenen kleinen Bereich durchsetzen, der Brockschmiede genannt wird.

1707

Die Grafschaft Tecklenburg und damit auch Leeden werden vom Königreich Preußen erworben.

1723

Entspannung im Grenzkonflikt und weitestgehende Anerkennung der Landesgrenze; umstritten bleibt vorübergehend nur noch der genaue Grenzverlauf an der Leedener Mühle.

1787/1788

Landesvermessung des Fürstbistums Osnabrück durch J.W. Du Plat; auch die Grenze zu Leeden wird dabei vermessen und abgemarkt.

1803/1813

Das Füstbistum Osnabrück wird aufgelöst und dem Königreich Hannover zugeschlagen.

1820 - 1834

Anlegung eines preußischen Parzellenkatasters; dabei 1827 Vermessung der im hiesigen Bezirk verlaufenden Landesgrenze; es werden Grenzsteine mit der Jahreszahl "1827" und den Initialen "P" (für Preußen) und "H" (für Hannover) gesetzt.

1837

Staatsvertrag Hannover / Preußen bezüglich der offiziellen Anerkennung der 1827 vermessenen Hoheitsgrenze, die zugleich auch als Zollgrenze fungiert. Es setzt ein lebhafter Schmuggel ein, der auch durch Errichtung von Zollstationen nicht zu unterbinden ist.

1866

Das Königreich Hannover wird von Preußen annektiert; die alte Staatsgrenze bleibt aber als Verwaltungsgrenze bestehen.

1949

Bei der Bildung der neuen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen orientiert man sich in hiesigen Bereich an den alten Grenzverlauf. Die Grenze wird wieder zur Ländergrenze - diesmal jedoch ohne Schlagbaum und Zollstation.

1997

Die Heimatvereine Leeden, Hasbergen und Hagen veranstalten eine gemeinsame Grenzbegehung und setzen zur Erinnerung an diesem "Dreiländereck" symbolisch einen Grenzstein, der eher verbinden als trennen soll.

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