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ORTSTEIL ALTENHAGEN / Gemeinde Hagen a.T.W.

Altenhagen ist eine der sechs ehemaligen Bauerschaften des Kirchspiels Hagen, welches heute die politische Gemeinde Hagen a.T.W. bilden.

Der Namensteil „Hagen“ ist von „Hag“ = Hecke abzuleiten und bezeichnet eine durch Hecken geschützte Siedlung (vgl. Heggestraße).

Funde aus der Jungsteinzeit belegen eine frühe Anwesenheit von Menschen. Für die vorrömische Eisenzeit ist eine Siedlung im Altenhagener Esch nachgewiesen und ein ausgedehntes Urnengräberfeld rund um den ehemaligen „Meerpohl“ belegt eine dichte Besiedlung in den Jahrhunderten vor Christi Geburt.

um 500 n. Chr existiert in (Alten-) Hagen eine bäuerliche Ursiedlung, aus der später die acht Bauernhöfe Eversmann, Wilxmann, Dransmann, Plogmann, Baumann, Frommeyer und (Nie-) Henke hervorgehen. Diese acht Höfe lagen früher alle dicht beieinander östlich der heutigen Heggestraße. Erst nach der Christianisierung um 800 n. Chr. erfolgt die Gründung des Hofes Kruse (von „cruce“ = Kreuz).
um 850/860 wird in (Alten-) Hagen die erste Hagener Kirche errichtet. Der Sage nach soll sie im „Meerpohl“, einem ehemaligen Teich an der Wilopstraße, versunken sein. Nach der Verlegung der Kirche in die Bauerschaft Beckerode entsteht dort im Mittelalter das Kirchdorf Hagen. Die Bauerschaft „Hagen“ bezeichnete man fortan als „Altenhagen“.
1337 erste urkundliche Erwähnung der Bauerschaft Altenhagen („burscopia Oldenhagen“).
1341 sowie 1400 und 1412 hat der Altenhagener Bauer Niehenke das Amt des Markenrichters der Hagener Obermark inne.
1601 leben in Altenhagen 57 steuerpflichtige Einwohner im Alter von über 12 Jahren.
1618-1648 Im Dreißigjährigen Krieg wird auch in Altenhagen mehrfach geplündert; Bauer Eversmann gerät in finanziellen Ruin.
1652 übernimmt der Adlige Hieronymus von Winsheim den Hof Eversmann und gründet dort das „Gut Altenhagen“, auf dem 1712 das steinerne „Pfortenhaus“ und 1717 das „Herrenhaus“ erbaut werden.
1844-1895 werden im Ellenberg in Altenhagen in mehreren Stollen Eisenerze abgebaut; zunächst für die 1836 gegründete „Beckeroder Eisenhütte“, ab 1858 dann für die in Malbergen gegründete „Georgs-Marien-Hütte“.
ab 1920 erfolgt eine verstärkte Bebauung der westlichen, direkt an das Dorf Hagen angrenzenden Teile von Altenhagen.
1932 gründen Einwohner aus Altenhagen die „Wassergenossenschaft Wasserleitung Altenhagen“, die heute als „Wasserbeschaffungsverband Altenhagen“ ca. 1800 Haushalte in der Hagener Obermark mit Trinkwasser versorgt.


Verwaltungsmäßig war Altenhagen ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine selbstständige Gemeinde im Verbund der Samtgemeinde Hagen. 1968 erfolgte der Zusammenschluß mit (Hagen-) Beckerode und Mentrup zur Gemeinde Hagen a.T.W., die sich 1972 mit der Gemeinde Niedermark (Gellenbeck, Sudenfeld und
Natrup-Hagen) zur heutigen Gemeinde Hagen a.T.W. vereinigte.

Altenhagen, im September 2006
Heimatverein Hagen a.T.W.