Geschichte der DJK Vereine in der Region Osnabrück
Vortrag von Dr. Hermann Queckenstedt
Dr. Hermann Queckenstedt referiert im GGH über die DJK Sportgeschichte Kirchengemeinden initiierten nicht nur die sportliche Ertüchtigung, sie ließen Sportveranstaltungen sogar in Sakralgebäuden zu. Nachdem die katholische Kirchengemeinde Liebfrauen in Osnabrück-Eversburg im Jahre 1923 ihre neue Pfarrkirche hergerichtet hatte, nutzten die Sportler in Eversburg die benachbarte Burgkapelle sogar als Sport – und Turnhalle.
Im Vortrag stellte Dr. Hermann Queckenstedt, Historiker und Leiter des Diözesanmuseums sowie ehemaliger Präsident des VFL Osnabrück, für den Heimatverein Hagen im Gustav-Görsmann-Haus in Gellenbeck sehr schnell heraus, dass kirchliche Akteure die dynamischen Prozesse zur sportlichen Ertüchtigung veranlasst haben.
Begonnen hatte alles bereits Ende des 19. Jahrhunderts in England. Aus der dortigen kirchlichen Jugendarbeit entstand bereits noch im 19. Jahrhundert der Profifußball, währenddessen diese neue Sportart in Deutschland mit 2 Varianten gerademal bekannt und ausprobiert wurde. Mit (daraus entwickelte sich später das Rugbyspiel) und ohne Aufnahme des Balles begannen auf von der Kirche zur Verfügung gestellten Wiesen erste regionale Wettkampfveranstaltungen. Dieser Ballsport wurde zunächst kritisch betrachtet, da er, anders als der Turnsport, nicht nur der Körperertüchtigung diente, sondern manchmal zu einem verbissenen Wettkampf führte, der bald auch die noch heute bekannten Begleitumstände wie den Alkoholkonsum oder rivalisierende Anhänger am Spielfeldrand mit sich brachte.
Bischof Berning hat ab etwa 1914 die Entwicklung gefördert, allerdings mit den Aspekten der Körperertüchtigung mit dem Vaterlandsbekenntnis und der Kaisertreue verknüpfen wollen. Hieraus entstanden dann sogenannte Geländespiele auch zur Militarisierung.
Nach dem 1. Weltkrieg trieb Berning die Sorge um, dass nach Ausfall der Wehrpflicht kaum Freizeitangebote für die häufig arbeitslose Jugend angeboten wurden, sodass die Deutsche Jugendkraft der Kirchlichen Akteure (DJK) beauftragt wurden, Angebote zur körperlichen Schulung vorzuhalten. Infolgedessen gründeten sich erste Vereine, fanden Bezirkssportfeste statt und engagierten sich Lehrkräfte. Veranstaltungen fanden niemals parallel zu Gottesdiensten statt. Die Arbeiterfamilien (Piesberg) in Eversburg boten über die Kirchengemeinde durch den DJK Verein Kanuwettbewerbe auf dem Stichkanal, Fußballspiele auf der Eversheide und sogar Theatervorführungen an.
In Hagen gründete sich um 1910 der Athletenverein, der später auch den Fußballsport dem Turnsport hinzufügte. Diese Aktiven stellten den Sportplatz am Dorfbrunnen her, der 1928 eingeweiht wurde. Solche Anlässe gingen immer einher mit großen Festumzügen durch das Dorf. 1932 folgten die Arbeiten zum Freibad für den Schwimmsport, die auch aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit zahlreiche Männer ausführten.
Während der Weimarer Republik in den 30er Jahren beteiligten sich auch die Osnabrücker DJK Vereine an Wettbewerben, so in Belgien und Österreich. Ab 1933 werden unter den neuen Machthabern erste Wettbewerbe verboten, ab 1934 verfügt das NS-Regime das DJK-Verbot. Möglich wurde dann entweder die Fusion oder der Anschluss mit anerkannten Vereinen, wollte man nicht den Betrieb einstellen müssen. So begründet sich auch die Fusion der frühen Gellenbecker Vereine.
Für den VFL Osnabrück führt der Einfluss der Machthaber zum „Deutsch-Gruß“ der Spieler sowie zur Ausflaggung des Stadions.
Nach dem Krieg wurde die Neuausrichtung der DJK intern heftig diskutiert und führte, mit wenigen Ausnahmen, letztendlich ab 1945 regelmäßig zur Einverleibung in die lokalen großen Sportvereine.
Hermann Queckenstedt verwies und empfahl abschließend unbedingt auf das Heimatjahrbuch 2026, dass rechtzeitig zur Weihnachtszeit herausgebracht wird. Enthalten ist von Johannes Brand ein Beitrag zur Geschichte des Fußballsports in Gellenbeck.
Thomas Plogmann vom Vorstand des Heimatvereines bedankte sich bei Queckenstedt, der mal wieder die Reise nach Hagen für einen interessanten historischen Vortrag gefunden hatte.